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Zur Ökonomie der Corona-Pandemie

Was geschieht, wenn eine reale Wirtschaftskrise auf eine fiktive Wirtschaftskrise trifft?

Reale Wirtschaftskrisen, in denen eine Naturkatastrophe einen Großteil der Produktionsmittel vernichtet und darüber den Menschen die Lebensgrundlage entzieht, hat es seit der industriellen Revolution nur noch am Rande der industrialisierten Welt gegeben. Und selbst in den sogenannten »Entwicklungsländern« oder »Failed States« sind Hungersnöte und extreme Verarmung seit Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr die notwendige Folge von Naturkatastrophen. Die technischen Mittel, die erforderlich sind, um den Folgen von Naturkatastrophen entgegenzuwirken, sind weltweit vorhanden. Wenn sie in einigen Teilen der industrialisierten Welt nicht zur Anwendung kommen, ist der Grund nicht, dass es diese Mittel nicht gibt, sondern dass in der kapitalistischen Konkurrenz der Nationalstaaten die Verlierer dieser Konkurrenz nicht über ausreichende Mittel verfügen.

Fiktive Wirtschaftskrisen, in denen alle Produktionsmittel unverändert vorhanden sind und dennoch den Menschen die ökonomische Lebensgrundlage entzogen wird, hat es auf der Grundlage der kapitalistischen Wirtschaftsordnung immer wieder gegeben – beispielsweise die Weltwirtschaftskrise (1929), die sogenannten Ölpreiskrisen (1970/79), die Schuldenkrisen in Lateinamerika (1982), Japan (1990) und Asien (1997) sowie die New Economy Krise (2001) und die globale Finanzkrise (2008). Obwohl sich die materiellen Produktionsbedingungen anders als infolge einer Naturkatastrophe nicht verändert hatten, obwohl Rohstoffe, Maschinen und Arbeitskräfte weiterhin zur Verfügung standen, wurden in diesen Wirtschaftskrisen funktionsfähige Produktionsstätten und Maschinen stillgelegt, verloren große Teile der Bevölkerung ihre Arbeit und wurden darüber außer Lohn und Brot gesetzt.

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